Therapeutischer Yoga
Der Begriff "Yoga" kommt von der Sanskrit-Wurzel "yuj", was anspannen oder verbinden bedeutet. Es wird sowohl im Sinne von "Vereinigung" als auch von (Selbst-)"Beherrschung" verstanden. Yoga lehrt Selbstdisziplin und Beherrschung von Körper- und Geistesfunktionen mit dem Ziel der Verbindung der Individuums mit der sogenannten Weltseele oder, anders ausgedrückt, mit dem höchsten Aspekt des eigenen Inneren. Yoga ist also weder eine Gymnastik noch eine Art Religion sondern eine Methode.
Der klassische Yoga nach Patanjali ist in 8 Stufen gegliedert.
Die ersten beiden Stufen (Yama und Niyama) umfassen Richtlinien für das allgemeine sittliche sowie für das persönliche individuelle Leben. Die dritte Stufe betrifft die körperlichen Übungen (Asanas). Sie stellt den Teil dar, der im Westen am meisten verbreitet ist.
Die vierte Stufe beschäftigt sich mit Atemübungen (Pranayama). Die Kontrolle über die eigene Atmung wird als willkürlich beherrschbares Mittel zur Beeinflussung der Lebensenergie (Prana) genutzt.
Die fünfte und sechste Stufe (Pratyahara und Dharana) umfassen Kontemplations- und Konzentrationsübungen. Sie werden als Vorstufen der eigentlichen Meditation gesehen.
Die siebte und achte Stufe (Dhyana und Samadhi) stellen verschiedene Stadien der Meditation dar. In der achten Stufe ist der Mensch in der Lage, zum Kern der höchsten Wahrheit vorzudringen.
Yoga wird in unterschiedlichsten Weisen praktiziert und gelehrt. Bekannte Yogawege sind zum Beispiel Raja-Yoga, Bhakti-Yoga, Karma-Yoga, Hatha-Yoga (Sonne-Mond-Yoga), Kundalini-Yoga, oder Yoga-Vidhya.